Absolutes Gehör

Beobachtungen zeigen: Die akustische Umwelt bildet in der Natur nicht nur in den Klangfarben, sondern auch in den Frequenzhöhen ein festes Gerüst für die Orientierung. Die entsprechende Fähigkeit, das absolute Hören, erlaubt die präzise Information auch noch um Ecken herum zu nutzen, nicht wie beim Sehen nur im direkten Gesichtsfeld. 

Eine wirkliche Untersuchung des absoluten Gehörs könnte interessante Erkenntnisse bringen. Es erscheint als plausibel, dass in der Natur die Welt der Akustik ganz bestimmt die Wiedererkennung einer Frequenz sogar als grundlegende Voraussetzung entwickelt hat, und dass das nicht-absolute Gehör nur eine Degenerationserscheinung ist.

Christoph Rossmann konnte bei den eigenen Kindern beobachten, dass sie als Säuglinge, bis etwa 2 oder 3 Jahre, sich genau an bestimmte Tonhöhen erinnern konnten, bzw. diese differenzierten. Später, als sie sprechen lernten, verlor sich dies schnell und total. Bei Tieren beobachte Christoph Rossmann eine Hörqualität, die stark an das absolute Gehör erinnert. Über 60 Jahre hörte er bewusst den Kuckuck, in unterschiedlichen Gegenden, mit jeweils eigener und unveränderter Tonhöhe rufen; dabei gibt es individuelle Unterschiede bis zu einem halben Ton, woran andere Kuckucke ihre Revierkonkurrenten auf große Entfernung erkennen könnten.