Hühnerprojekt - tiergerechte Zucht

Der 2002 für das Gelände des 4erSchlössls geplante, mangels Investition nicht umgesetzte Aufbau eines Freiland-Hühnerbetriebes für 6000 Tiere sollte eine systematische Untersuchung alternativer Lebensqualität für Hühner ermöglichen. Für die erste Legeperiode waren 2000 Tiere geplant, der dazu notwendige Stall entsprach räumlich den Erfordernissen, um im Folgejahr die Erweiterung mit verarbeiten zu können.

Für das nach wie vor machbare Projekt gilt:
Vorgesehen waren das Labor für alle veterinärmedizinischen, chemischen und physikalischen Aufgaben, technische Räume für die Eierlogistik und Kühlraum in Verbindung mit einer Wärmepumpe, die für den Versuch von Bodenheizung in den Ställen von Anfang an mit installiert wird.

Das IFIAT wollte den Betrieb der Anlage maßgeblich für die Forschung nutzen, sodass die Produktion von Eiern als Maßeinheit für die Gesamtleistung der Versuche anzusehen ist. Der Verkauf dieser Eier kann jedoch die Finanzierung der Versuche unterstützen.

Durch Messungen erfassbar sind Daten wie Wasserverbrauch, C02 Entwicklung, Temperaturentwicklung, Geräuschentwicklung, Nebengeräusche, Luftbefeuchtung, Futterverbrauch, Legeleistung, Gewicht der ganzen Herde, Legeleistung an Hand von Gewicht und Stückzahl.

Begleitende qualitative Untersuchungen betreffen verschiedene Farben im Stall, den Legenestern, den Futter- und Tränkvorrichtungen, Trinkwasserqualität (rechtsdrehend, linksdrehend, "Grander"-aktiviert), Beleuchtungsfarben, deren Intensität, Farbmischung, Zeit- und Dämmerungsprogramme, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Musik und diverse Begleitumstände wie Einstreu, Belüftungsabsaugung am Boden, in den Kotgruben, Heizungen mittels Infrarot, Warmluft, Bodenheizung, usw.

Unter den oben genannten, gezielten Versuchen steht die Kommunikation der Hühner im Vordergrund, sowohl via Bewegung und Verhaltensweisen, als auch optisch und ganz speziell akustisch "die Sprache der Hühner", ihr Hörfrequenzbereich, absolutes Gehör, Ton- und Klangdifferenzierfähigkeit. Beispielsweise bleibt das intensive Kommunikationsbedürfnis der Hühner unmittelbar nach dem Eierlegen vom Menschen unbeachtet, es wird ignoriert, der Aufbau der Ställe behindert die artgerechte Kommunikation der Hühner miteinander. Es könnte z. B. irgend ein Grundrauschen positive Auswirkungen zeigen. Psychologisch sind auch futtersparende Ruhepausen ("Mittagsschlaf") und Beschäftigungsspiele angedacht. Angedacht ist, "alte Hühner" aufzukaufen, auch Hähne einzubeziehen, und ihnen eine Art betreutes "befreites Wohnen" zu ermöglichen und ihre Reaktionen zu erforschen. Abbau von Aggression und frustrationsbedingtem Kannibalismus wären dabei Forschungsgegenstände.